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Handgelenkganglion

Typischerweise ist der Ursprung des Ganglions aus dem sog. SL-Bereich, also der Verbindung zwischen 2 Handwurzelknochen (Os Scaphoideum und Os Lunatum), lokalisiert. Deutlich seltener befinden sich Ganglien auch am ellenseitigen (= kleinfingerseitigen) Handgelenksbereich. Die genaue Ursache, warum es zur Entwicklung des Ganglions kommt, ist nicht restlos geklärt. Unzweifelhaft ist, dass eine abgekapselte Blase es schafft, entweder auf der Handflächenseite oder aber auch auf der Rückseite der Hand an einer typischen Schwachstelle der Handgelenkkapsel diese zu durchbrechen. Jetzt setzt sich der "Blase", welche in Verbindung zum Gelenkraum steht, kein wirklicher Widerstand mehr entgegen. Kontinuierlich dehnt sich die durch den Handgelenksdruck sich ständig weitende Blase an den weichen Strukturen (Sehnen, Muskeln etc.) vorbei und wölbt sich schließlich unter der Haut vor. Irgendwann ist der Gegendruck, den Haut und Umgebung auf das Ganglion ausüben, gleich dem Gelenkbinnendruck und das Ganglion verbleibt in der erreichten Größe. Während in der Frühphase gelegentlich der nicht klar zuzuordnende Druck in der Tiefe als unangenehm oder schmerzhaft empfunden wird, ist mit dem äußerlich sichtbaren Auftreten des Ganglions das Druckgefühl oft etwas besser. Lediglich nach Phasen der Belastung (z.B. Sport) ist das Ganglion praller und drückt mehr. Nach Ruhephasen kann es sogar wieder an Volumen abnehmen und sich vermeintlich zurückziehen. Auch ein Platzen und Verschwinden des Ganglion ist möglich. Da in der Tiefe aber eine Verbindung zum Gelenk besteht, ist ein Wiederauftreten innerhalb von ca. 6 Wochen sehr häufig.

 

Diagnostik:

 

Die Stellung der Diagnose ist für einen darin geübten Experten kein großes Problem. Alter des Patienten und Aussehen des Befundes sind sehr typisch. Eine Ultraschalluntersuchung kann bei fraglichen Fällen die Diagnose sichern. Eine begleitende Röntgenaufnahme kann zusätzliche Begleitverletzungen bei Verdacht darauf ausschließen. In seltenen Fällen (atypische Lokalisation) bringt eine Kernspinuntersuchung weitere Klarheit.

 

Therapie:

 

Die Ruhigstellung mit einer Handgelenksmanschette mindert durch Verminderung der Bewegung und dadurch verminderte Gelenkflüssigkeitsproduktion das Druckgefühl und lässt das Ganglion sogar schrumpfen. Leider hält dieser Effekt nicht an und ist nach Abnahme der Manschette meist schnell wieder reversibel. Auch die althergebrachte Therapie, das Ganglion mit dem festen Schlag eines Buches zu therapieren, gehört in die Rubrik "Geschichte der Medizin". Zu häufig sind die Rezidive nach dieser rabiaten Behandlung. Die Therapie der Wahl ist die operative Entfernung. Überbeine im Handgelenks- und Fingerbereich bedürfen durch ihren gelenknahen, tiefen Sitz einer besonders differenzierten Op-Technik. Das gefürchtete Wiederauftreten des Ganglions nach einer Operation kann nur durch exaktes Präparieren entlang anatomischer Strukturen bis an die Gelenkkapsel heran vermieden werden. Der Eingriff findet in sogenannter Blutleere statt. Hierbei wird in Narkose (nur des Arms oder während einer leichten Vollnarkose) mit einer elastischen Binde der Arm fest komprimiert und im Anschluss eine Blutdruckmanschette am Oberarm aufgeblasen. So kommt kein "neues Blut" in den Arm und der Operateur kann unter bester Sicht und maximaler Schonung aller wichtigen Strukturen das Ganglion problemlos innerhalb von ca. 30 Minuten entfernen. Eine anschließende Schienenruhigstellung gewährleistet schmerzfreie Erholung und erleichtert das Verkleben der tiefen Strukturen, um ein erneutes Auftreten eines Ganglions zu verhindern.

 

Die volle Beweglichkeit im Handgelenk wird kurz nach Abnahme der Schiene erreicht. Noch ca. 6-8 Wochen – je nach Größe und Lage des Ganglions – sind leichtere Irritationen zu verspüren. Eine volle Wiederherstellung des gesunden Gelenkes wird verlässlich erreicht.

 

» Fingergelenkganglion

 

» Ganglion im fortgeschrittenen Lebensalter (ab ca. 50 Jahren)

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