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Ganglion im fortgeschrittenen Lebensalter (ab ca. 50 Jahren)

Handgelenkganglion

Während das Ganglion beim Jugendlichen meist eine wenig dramatische angeborene Form einer Zyste darstellt, ist das neu aufgetretene Ganglion in höherem Alter oft (nicht immer!) mit einer Veränderung des beteiligten Gelenkes verbunden. Im Rahmen einer Arthrosebildung eines Gelenkes (z.B. Handgelenk) bilden sich Knochensporne am Gelenkrand, welche oft die Gelenkkapsel verletzen und so zu einem Durchschlüpfen der inneren – sehr elastischen – Gelenkmembran führen. Diese behält ihren Kontakt zum Gelenkinnenraum und wird durch die dort produzierte Gelenkflüssigkeit und deren Druck kontinuierlich ausgeweitet, bis das Ganglion die Unterhaut erreicht und äußerlich sichtbar wird.

Diagnostik:
Eine zusätzliche Röntgenaufnahme sollte bei Ganglien in höherem Alter die Regel sein, da unter Umständen nicht erkannte frühere Verletzungen und Arthrosen die Ursache sind. Gerade bei der Handgelenkarthrose spielt das frühe Erkennen eine große Rolle, da sich damit bessere operative Optionen eröffnen.

Therapie:
Die Therapie richtet sich nach der gefundenen Ursache. Im einfachsten Falle kann das Ganglion problemlos entfernt werden. Bei zusätzlichen Arthrosen müssen ggf. andere Techniken hinzugenommen werden.


Ganglion des Fingermittelgliedes

Diese Form des Ganglions beruht ebenfalls meist auf einer Arthrose (Knorpelabnutzung) der jeweils betroffenen Gelenke. Das Ausmaß der Arthrose korreliert nicht mit der Größe des Ganglions. Auch beginnende Arthrosen können sich durch das Auftreten eines Ganglions bemerkbar machen. Selten entstehen diese Ganglien auch im Rahmen einer Gelenkverletzung mit Kapselschaden ohne begleitende Gelenkarthrose.

Diagnostik:
Durch die Untersuchung beim Spezialisten lässt sich meist eindeutig die Diagnose stellen. Eine begleitende Ultraschalluntersuchung sichert den Befund. Um das Ausmaß der begleitenden Arthrose zu dokumentieren, ist eine Röntgenaufnahme sinnvoll.

Therapie:
Die operative Entfernung des Ganglions stellt die einzig sinnvolle Therapie dar. Wegen der meist unmittelbaren Lage an Fingernerv und Fingerarterie sollte dieser Eingriff unter mikrochirurgischer Vorgehensweise erfolgen, um bleibende Verletzungen der Strukturen zu vermeiden, was so problemlos gelingt. Eine kurze Ruhigstellung mit einer Minischiene, eventuell auch eine schienenfreie Nachbehandlung schließt sich an.


Ganglion des Fingerendgliedes (sog. "Dorsalzyste")

Diese sehr häufige Form des Ganglions tritt in der Nähe des Fingernagels am Endgelenk auf der Fingerrückseite auf. Oft liegt es so nahe am Nagel, dass es durch den Druck zu einer Furchung des Fingernagels und im weiteren Verlauf sogar zur Verkrüppelung des Nagels kommen kann (selten). Da die Haut über dem Ganglion im Nagelbereich sehr dünn ist, kommt es durch die Spannung zur Verletzung der Haut und zum Austreten eines klaren gelartigen Sekretes ("Gelenkschmiere"). In der Folge heilt das Ganglion scheinbar ab. Leider kommt es jedoch meist innerhalb von ca. 6 Wochen zur erneuten Bildung der Zyste mit Spannungsgefühl und der Prozess beginnt erneut. Bloßes Aufstechen resultiert fast immer in einem Wiederauftreten des Befundes. Es muss sogar davor gewarnt werden. Infekte im Ganglionbereich entwickeln sich aufgrund der kommunizierenden Verbindungen schnell zu Gelenkinfekten und resultieren als solche schnell in einer kompletten Gelenkzerstörung.

Diagnostik:
Das Aussehen des Befundes ist sehr typisch. Bei Unsicherheiten hilft eine Ultraschalluntersuchung zur Diagnosesicherung. Eine Röntgenaufnahme zeigt das Ausmaß der meist zu Grunde liegenden Gelenkarthrose. Kommt dies gehäuft an anderen Endgelenken vor, handelt es sich um die angeborene bzw. vererbte Form der Fingerendgliedarthrose, der sog. "Heberden-Arthrose".

Therapie:
Eine sehr sorgfältige Entfernung des Ganglions inklusive seines Stiels zum Gelenk ist die Therapie der Wahl. Als Betäubung ist eine einfache Fingernarkose ausreichend. Eine Nerven- oder Arterienverletzung ist bei diesem Eingriff wenig zu befürchten. Besonders vorsichtig muss der Operateur mit dem Nagelbett sein, um bleibende Nageldeformierungen auszuschließen. Mit einer speziellen Technik gelingt es uns durch Präparation eines Hautlappens, das Ganglion und die darüber oft zerstörte Haut komplett zu entfernen und mit "gesunder" Haut den Befund unsichtbar zu machen (Advancement Flap Technik). Im Anschluss wird eine Minischiene für einige Tage angelegt, um dem Gelenk Ruhe zu geben.

 

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