Karpaltunnel-Syndrom

Besonders nächtliches Kribbeln und Schmerzen der Hände sind ein Leitsymptom dieser Erkrankung, bei der es zu einer zunehmenden Einquetschung des mittleren Handnerven (Nervus Medianus) kommt.

 

Ursache:

 

Ursache der Erkrankung ist meist eine angeborene Enge des sogenannten Karpalkanales. Sämtliche Sehnen, welche zu den Fingern führen (für die meisten Finger zwei Stück), passieren am handflächenseitigen Handgelenk den sogenannten Karpalkanal. Dieser wird auf drei Seiten durch Knochenstrukturen begrenzt. Nach oben, also zur Handfläche hin, begrenzt ihn eine sehr feste und starke Bandstruktur. Ihre Aufgabe ist es, die Sehnen, besonders bei Handgelenksbeugung, nahe am Knochen zu führen und umzulenken. Auch der mittlere Handnerv (Nervus Medianus), welcher verantwortlich ist für die Sensibilität der Handflächenseite von Daumen, Zeigefinger, Mittelfinger und eines Teils des Ringfingers, fast nie für den kleinen Finger, zieht mit durch den Karpalkanal. Jegliche Volumenzunahme der Sehnen oder des Sehnengleitgewebes führt somit zu einer Quetschung des Nervs, welche dieser mit einer Verzögerung der Reizleitung und somit mit Gefühlsstörungen quittiert. In jungen Jahren sind oft chronische Sehnenscheidenentzündungen der Beugesehnen schuld an einer solchen Nervenreizung. Die Therapie der letzteren sollte zunächst im Vordergrund stehen. Auch kurzfristige Überlastungen (z.B. nach Wohnungsrenovierung), welche schließlich in einem Karpaltunnel-Syndrom enden, haben Chancen, nach Beendigung der Überlastung und Therapie der Sehnenentzündungen auf eine Rückbildung der Symptomatik und eine Erholung des Nervs. Typischerweise besteht der Erkrankungshöhepunkt aber zwischen dem 55. und 70. Lebensjahr. Frauen sind häufiger betroffen als Männer. Warum es genau in diesem Alter zur Häufung der Erkrankung kommt, ist letztlich nicht klar. Angenommen werden hormonell beeinflusste Umbauprozesse, welche in diesem Lebensabschnitt typischerweise zur – besonders nächtlichen – Flüssigkeitseinlagerung führen. Durch Aufquellen von empfindlichen Strukturen, z.B. Sehnenscheiden, werden an diversen Stellen des Körpers vorhandene "Räume" enger, mit konsekutiven Problemen der beleitenden Strukturen (bes. Schulter, Wirbelsäule und Handgelenk).

 

Sonderform Karpaltunnel-Syndrom in der Schwangerschaft

 

Selbiges gilt für das Karpaltunnel-Syndrom in der Schwangerschaft. Da auch hier der Reiz endlich ist, ist ein konservatives Vorgehen unter Hinauszögern der Operation gerechtfertigt. Schmerzen und extreme Befundzunahme können aber trotzdem auch in diesem Stadium eine Operation notwendig machen. Durch unsere bewährte Technik der Operation in lediglich lokaler Betäubung mit sehr gering dosierten, aber vollkommen ausreichenden Betäubungsmitteln nur am Ort der Operation besteht in der Spätschwangerschaft kaum mehr Gefahr für das Kind, so dass dieser seltenen Eingriff auch zu dieser Zeit möglich sind. Eine genaue Absprache zwischen Handchirurgen und betreuendem Neurologen ist hier sehr wichtig, da die Indikation nur sehr kritisch gestellt werden sollte.

 

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